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Wikileaks und das drumherum…

Was die letzten Tage im Zusammenhang mit Wikileaks passiert ist, ist schon echt unheimlich spannend. Der Grund für alles, was jetzt passiert, ist die Veröffentlichung der Diplomatendepeschen, welche nichts anderes zum Vorschein bringen, als die Verlogenheit der Staaten, von denen sie kommen. Klar, dass eben diese versuchen, so eine Veröffentlichung zu verhindern (Wer hier sagt, das doch gar keine Staaten versuchen die Veröffentlichung zu verhindern, das seien doch Privatfirmen, lest weiter, Begründung kommt gleich). Aber nur aus dem Grund, dass es ihnen peinlich ist, dass dies jetzt herausgefunden wurde, wie verlogen sie eigentlich sind. Die meisten haben es eh schon gewusst oder geahnt und fühlen sich jetzt darin bestätigt. Aber so ist das nun mal, wenn man erzählt, was der Wähler hören will und hintenrum doch das Gegenteil macht – was dann wieder ein anderes Thema wäre.

Ein Wort was sich mir sehr eingeprägt hat ist „Infowar“ aus diesen Blogpost in der Zeit, und ehrlich gesagt, ein wenig muss ich dem Ganzen zustimmen. Zuerst war da die Kündigung des Geschäftsverhältnis durch Amazon an Wikileaks, danach kam die Entfernung des Domaineintrags durch EveryDNS und auch noch der Boykott von Firmen wie Paypal, Visa und Mastercard. Ich denke die meisten dachten sich schon, dass das „Netz“ sich eine Antwort dazu überlegen wird. Wir haben in den letzten Monaten diverse Shitstorms miterlebt, doch welche Ausmaße das Ganze annehmen würde, haben sicher nur die Wenigsten erwartet. Für mich war es sehr krass zu sehen, wie schnell Mirrors und DNS-Weiterleitungen aus dem Boden geschossen sind, sodass die Infrastruktur, die Wikileaks im Netz hält, jetzt durch die Unterstützung der Community stärker erscheint als zuvor. Es zeigt auch, wie armseelig der Versuch ist, eine Website oder eine Publikation aus dem Internet zu entfernen, an der ein öffentliches Interesse besteht. Nachdem der Versuch gescheitert war, Wikileaks aus dem Netz zu entfernen (ich  kann echt nur darüber lachen, wie man glauben konnte, das würde funktionieren) wurde offenbar versucht, die Finanzströme zu stören, was am Boykott der Finanzdienstleister gegenüber Wikileaks ersichtlich ist.

Ich glaube, ich sollte hier kurz etwas anmerken: Klar, wer sich damit beschäftigt hat, wird sagen, dass die Firmen von sich aus ihr Geschäftsverhältnis eingestellt haben. Doch da möchte ich sinngemäß den Spiegel zitieren. Was glaubt ihr, wovor die Firmen mehr Angst haben? Vor der Regierung des Landes, in dem sie sitzen, oder vor dem Netz? Von daher finde ich den Vorwurf des „vorrauseilenden Gehorsams im Sinne des Staates“ durchaus passend, weil es nicht das erste Mal wäre, dass so etwas stattfindet.

Was ich heute gelesen habe, erfreute mich doch zutiefst. Eben die obengenannten Firmen wurden von einen mehr oder weniger freiwilligen Botnetz aus dem Dunst von 4Chan und Anonymus attackiert. Die Kreditkartenfirmen, als auch Paypal gingen schon down und Amazon soll wohl der nächste sein. Das finde ich sehr lustig, wurde Wikileaks doch eben mit derselben Methode attackiert, wenige Tage nach Veröffentlichung der Depeschen.  Die einen finden, es sei der falsche Weg, die anderen dagegen sind der Meinung, es sei ok. Ich persönlich befürworte es, weil ich es als gewaltfreie Protestmöglichkeit sehe und diese gleichzeitig den Spinnern klarmacht, dass sich die Menschen die demokratische Freiheit des Internets nicht mehr nehmen lassen.

Das war ja jetzt erstmal nur das Zeug um Wikileaks herum, aber widmen wir uns nun den „Verlogenheiten“ welche durch die Depeschen ans Licht kamen. Das reicht von Einflussnahme von Visa und Masercard auf russische Finanzgesetze, was den Boykott ja noch schmackhafter macht, bis zu der Nichtverfolgung von Entführungen TerrorVERDÄCHTIGER durch die CIA in Deutschland. Jaja, schon toll so ein Rechtsstaat, nicht wahr?

Und zu der Causa Assange soviel: Es ist schade, das Wikileaks gerade durch diese Anschuldigungen so viel Aufmerksamkeit bekommt. Klar, vielleicht ist da politischer Druck dahinter und das Ganze eigentlich unbegründet, aber hey, politischer Druck steckt überall dahinter – haben wir ja gesehen – und sicherlich wird irgendwas vorgefallen sein, doch ob die Maßnahmen gegen ihn gerechtfertigt sind, wird in solch einer Situation sicher untergeordnete Rolle spielen. Anscheind bedarf es eben des Angriffs auf diese Persöhnlichkeit, dass das Netz mobil macht, was in meinen Augen einfach nur schade ist. Aber hey, Deutschland hat wegen eines Bahnhofs mobil gemacht. Es sind wohl eher unwichtigen Dinge, die das Fass zum Überlaufen bringen. Zu der Causa Assange hab ich noch ein paar differenzierte Meinungen für euch. Die Erste ist aus dem Stern, die Zweite aus dem FAZ-Feuilleton und die letzte von der Zeit. Es lohnt sich wirklich alle 3 zu lesen, weil durchaus andere Gesichtspunkte und Perspektiven auftreten. Aber den meisten wird jetzt sicher klar, das die nächsten Wochen durch aus spannend werden!

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