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Von Turboabi und Karrieregeilheit

Folgender Artikel hat mich tief bewegt und viele Gedanken angestoßen das ich nicht umhin kam, dazu einen längeren Text zu verfassen.

Es geht darum, ob das Turboabitur den Schülern nicht zuviel abverlangt und ihnen die Unbeschwertheit der Kindheit raubt. Grundsätzlich gebe ich dem Autor in allem Recht. Er hat auf so viele Weise gesagt, warum es wichtig ist Kinder nicht von klein auf mit Stress zu drangsalieren. Das es für sie wichtig ist, dass sie ihr eigenes Tempo finden, ihren eigenen Weg und so ihr eigenes Ziel.

Das Turboabi impliziert, dass alle ganz schnell fertig werden wollen und ganz schnell Karriere machen wollen, weil alle ganz schnell ganz viel Geld verdienen wollen….

Was für eine gequirlte Scheiße

Wenn man mit 17 das Abitur hat, was war das für eine Schulzeit. Abiball ohne Alkohol?! Wer wusste denn schon mit 17 was er später machen will? Ist es nicht unfair das von den jetzigen Kindern zu verlangen, wenn wir es selbst nicht mal wussten? Ich habe mit 20 erst herausgefunden was ich wirklich machen will. Davor habe ich einen Fehler gemacht und erst das Falsche angefangen und mich umorientiert. Zu der Zeit hätten die Schüler nach dem Turboabitur bereits ihren Bachelor. Was wenn sie jetzt feststellen, das wollen sie gar nicht? 3 Jahre umsonst? Den Kindern wird damit ihre Kindheit geraubt. Das unbeschwehrte sich um nichts Gedanken machende in den Tag hineinleben, wonach wir uns jetzt später so oft zurücksehnen. Daher ist es wichtig das ihr den Kindern diese Zeit lässt. Wie im Artikel gesagt, ist es schlimm genug das sich Erwachsene schon Stress machen. Wenn man Kinder dazu zwingt ist das einfach unverantwortlich. Zukunftsangst ist das allerschlimmste, wenn es um das Lernen geht. Unbeschwert nach eigenem Tempo lernt es sich so viel besser, als mit der Pistole auf dem Rücken.

Ich habe vor einger Zeit in einem Podcast gehört, dass damals, vor 10-20 Jahren die Leute nach dem Abi sich ersteinmal die Welt angeguckt haben. Sie haben irgendwas gemacht, um das Leben kennenzulernen und sich selbst auch. Mit 25 Jahren anfangen zu studieren war völlig normal. Was ist daraus geworden? Schon zu meiner Zeit wollte man direkt nach dem Abi studieren oder was anderes machen. Bloss keine Zeit verschwenden. Warum? Wovor hatten wir Angst? Vor der Aussage „Wenn du zu alt bist, hast du keine Chance auf dem Arbeitsmarkt“? Was ist das für ein Leben, in dem alles von Schulbeginn an auf den einen Job ausgerichtet ist? Nicht das Leben was ich haben will. Ich bereue es, dass ich bis jetzt noch kein Jahr im Ausland war und werde es auf jeden Fall noch nachholen, während des Studiums. Ich bereue NICHT das ich Zivildienst gemacht habe und so ein Jahr später angefangen hab zu studieren. Ich habe dieses quasi freie Jahr wirklich genossen. Ich hatte mich anfang des Zivildienstes für ein Duales Studium beworben, doch gegen Ende war ich von meiner Wahl bereits nicht mehr überzeugt. Aus Begeisterung für das Neue habe ich nicht gemerkt das es nicht das war, was ich machen wollte und so änderte ich dann nochmal mein gesamten Weg.

Wäre ich vielleicht ins Ausland gegangen und hätte ein Jahr länger Pause gemacht, wäre ich vor meiner Bewerbung für mich zu dem Schluss gekommen, was im Leben wichtig ist. Und das kam bei mir mit 20 und lautete, Geld ist nicht mein primäres Ziel.

Wie naiv ist es von einem 17 jährigen Jugendlich zu erwarten, dass er für sich diese Frage beantworten kann? Bevor man die Schwelle vom Jugendlichen zum Erwachsenen überschritten hat? Das schaffen nur wenige. Doch sollten Sie das Vorbild sein? Ist es nicht unfair ihnen die Unbeschwehrtheit ihrer Kindheit und Jugendlichkeit immer früher wegzunehmen? In meinen Augen schon! Man kann vielleicht den Ausbildungsprozess beschleunigen, aber man sollte nicht den natürlichen Entwicklungsprozess einer Person beschleunigen. Jede Person brauch unterschiedlich lang und jede Person sollte dafür die Zeit bekommen, die sie braucht, nicht anders!

Auch ist es wichtig das man Kindern und Jugendlichen die Zukunftsangst nimmt. Ich kenne es von mir selbst. Ende der 11 Klasse ging es bei mir los, dass ich Angst bekam, nach dem Abi nichts zu finden. Davor brauch man keine Angst haben. Erstmal muss man sich selbst im Klaren sein was man vom Leben will und was man später machen will. Das ist keine Frage die man mal in 5 Minuten auf dem Klo löst. Dafür brauch man einerseits Zeit, andererseits Erfahrung. Und Turboausbildung hin oder her, Erfahrung kann man nicht beschleunigen.

Ich könnte ewig weiterschreiben, denn es gibt noch viele Gründe und Dinge die mir noch einfallen, doch irgendwann muss mal Schluss sein.

Geht eure Kindheit/Schulzeit durch und überlegt wie sie war. Dann überlegt ob ihr wollt, dass eure Kinder den Stress, den ihr jetzt als Erwachsener habt, bekommen. Und währenddessen. Lasst eure Kinder Kinder sein! Lasst sie unbeschwehrt sein! Lasst sie Fehler machen und Zeit verplempern, denn ihr habt es genauso gemacht!

Mein Beitrag zur Spackeria: Facebook, Google und die Macht

Das folgende spiegelt nur meine eigene Meinung wieder. Ich stütze mich auf keinerlei Studien, sodern lediglich auf meine Erfahrungen und Einschätzungen bezüglich der Sache in den letzten Wochen/Monaten. Auch bin ich kein Mitwirker an dem Projekt Spackeria.

Auslöser dieses Blogpost war der Netzpolitikpodcast 109 „Die Datenfresser“. Dabei ging es um das Buch „Die Datenfresser“ von Constanze Kurz und Frank Rieger vom CCC. Wie der Titel schon sagt, ging es auch in dem Podcast hauptsächlich um die Gefahren von „Datenfressern“ wie Facebook und Google, aber auch dem Staat. Was mich störte war die Aussage, dass der Spackeria vorgeworfen wurde, die Machtfrage nicht zu stellen. Genauer: Wie gehen wir mit Konzernen um, die eine enorme Macht angesammelt haben. Daher will ich mir genau diese Machtfrage genauer angucken.

Facebook und die Macht

Die Macht, welche Facebook hat, resultiert aus der schieren Masse an Nutzern und den dadurch entstehenden Daten. Facebook weiß teilweise sicher mehr über einen Nutzer als dieser selbst, aufgrund der Verknüpfung seiner Daten mit anderen Daten. Diese Machtkonzentration ist ja erstmal nichts schlechtes. Der Machtmissbrauch ist das, was die Gefahr erzeugt. Doch die Frage wie man mit dieser Macht umgeht oder man diese begrenzt geht meiner Meinung nach zu kurz. Die Frage ist doch eher, warum hat Facebook überhaupt diese Macht? Ein Machtmissbrauch stellt sich für mich so dar, wenn mit den Daten Dinge gemacht werden, die mir schaden könnten. Wenn ich bewusst meine Daten in Facebook veröffentliche, bin ich mir im Klaren, dass damit auch Dinge geschehen können, die ich nicht vorhersehen kann. Dieses „unbekannte Unbekannte“ hat mspro in einem Artikel gut beschrieben. Doch ich bin mir der Existenz dessen bewusst. Über die aktuell möglichen Gefahren des Datenmissbrauchs bin ich mir auch bewusst, wobei ich zunächst den Missbrauch von staatlichen Stellen ausklammern möchte. Das meine Daten genutzt werden können um personalisierte Werbung zu generieren ist mir insofern egal, dass ich was Werbung angeht sehr aufmerksam bin. So kann es mir meiner Meinung nach nicht passieren, dass mich Werbung zum Kauf von etwas beeinflusst was ich nicht brauche. Sollte sie mir dagegen etwas empfehlen was mir sehr gefällt, wo ist daran das Schlechte? Die kommerzielle Verwendung meiner Daten stellt also keine Gefahr dar. Also existiert der kommerzielle Machtmissbrauch für mich nicht. Dagegen ist der postive Nutzen dieser Plattform für mich ein größerer Mehrwert, den ich außerdem permanent habe, als eine mögliche kommerzielle Verwendung von Daten, die ich eh veröffentlich habe.

Da meine bewusst veröffentlichten Daten keine Machtmissbrauch zur Folge haben können, habe ich auch nicht zum Machtzuwachs von Facebook beigetragen. Die Macht hat Facebook aufgrund von Daten, deren Ersteller nicht über die „Gefahren“ dessen wissen, oder nicht wissen, dass sie die Daten überhaupt veröffentlicht haben. Wenn Daten veröffentlicht werden, können sie auch weiterverwendet werden. Wenn ich das nicht will, kann ich bei Facebook immer noch recht gut einstellen inwieweit ich was öffentlich machen will. Und wenn ich ganz ausschließen will, das meine Daten weiterverwertet werden, dann sollte ich die Finger von Facebook lassen.

Somit ist der kommerzielle Missbrauch von Daten durch Facebook eher gering einzuschätzen und nicht größer als bei alles bisherigen Firmen, die Daten über einen haben.

Google und die Macht

Ein weiterer Kandidat für Datenmissbrauch soll ja Google sein. Sofern ich Dienste von Google nutze, für die ich einen Account brauch, gilt hier die gleiche Argumentation wie bei Facebook. Habe ich keinen Account ist die Gefahr des Machtmissbrauchs eher gering. Es ist noch die individualisierte Suche anzuführen. Meine bisherigen Suchanfragen haben direkte Auswirkungen auf meine folgenden Ergebnisse. Das passiert auch ohne Googleaccount über den Cookie im Browser. Wenn ich das nicht will, kann ich diesen regelmäßig löschen. Auch hier erschließt sich kein größeres Missbrauchspotenzial als das, was uns sowieso schon lange umgibt.

Im einer fast komplett digitalen Gesellschaft muss sich das Verständnis von Veröffentlichung und „Public“ im Vergleich zu früher ändern. Wenn ich nicht will, dass meine Daten Dinge tun, die ich nicht authorisiert habe oder noch nichteinmal gedanklich fassen kann, dann darf ich kein Medium nutzen, welches für die Datenverbreitung konzipiert wurde. Der Mehrwert, welcher bei der Zusammenführung von Daten ensteht überwiegt zur Zeit einfach der Angst, das etwas Schlechtes dardurch passieren kann.

Machtmissbrauch durch staatliche Stellen

Wie ich gesagt habe, können die Unternehmen an sich keinen großen Machtmissbrauch ausüben. Die Gefahr geht primär vom Staat aus, der sich dieser Daten habhaft macht, denn nur der Staat hat die Möglichkeit mir das Leben wirklich schwer zu machen. Wenn wir also über Datenschutz und Datenmissbrauch reden, bringt es meiner Meinung nach nicht viel auf die Unternehmen zu schimpfen, da wir ihre kostenlosen Dienste mit unseren Daten bezahlen und bei der Anmeldung dies auch abnicken. Stattdessen muss dem Staat wirksam unterbunden werden auf diese Daten zuzugreifen. Facebook und Google haben vielleicht die Daten, aber die Macht und Möglichkeit zum Machtmissbrauch hat fast ausschließlich der Staat. Eine wirksame Möglichkeit Datenmissbrauch zu verhindern wäre also, das Bewusstsein der Nutzer von Internetdiensten zu schärfen, wenn es darum geht was sie veröffentlichen und dem Staat auf die Finger zu schauen damit ihre veröffentlichten Daten nicht repressiv gegen sie eingesetz werden. Beide Punkte sind nur gesellschaftlich und über einen längeren Zeitraum umsetzbar. Datenschutzgesetze sind nichts anderes als das kurzfristige Reparieren eines veralteten Systems.

Die Spackeria und der Datenschutz

Wie man sieht sind meine Ansichten durchaus mit der Spackeria in Einklang zu bringen und das ist auch gut so. Was mich aber stört ist, dass die Ziele der Spackeria mit der Abschaffung der Privatsphäre gleichgesetz werden. So habe ich es erschreckend oft aus dem CCC/Netzpolitik.org Umfeld gehört. Wer sowas behauptet hat sich damit nicht auseinander gesetzt. Es geht nicht darum Privatspäre abzuschaffen oder jeden zum digitalen Exibitionismus zu erziehen. Es gibt eine kleine Menge Personen die so leben und die Spackeria ist der Erklärungsversuch warum wir das so machen. Spackeresk heißt auch nicht, ALLE Daten veröffentlichen zu müssen. Es geht vielmehr darum einen Diskurs anzustoßen, der einerseits die Medienkompetenz stärken soll, indem man darüber nachdenkt, andererseits jeden für sich entscheiden lässt bis wohin sich mir ein Mehrwert bietet und wo bei mir die Grenze ist.

Die letzten Wochen…

Ich sitze seit langem mal wieder vor dem Webinterface meines Blogs und habe beschlossen zu versuchen, all das, was mir die letzten Wochen durch den Kopf gegangen ist, in Worte zu fassen. Es ist gerade 3:25, heute habe ich um 8 Uhr Vorlesung und Kaffee ist frisch gebrüht. Ja die Nacht werde ich wohl nicht mehr zum schlafen kommen.

Doch was hat mich darauf gebracht hier einfach vor mich hin zu schreiben und am Ende zu gucken, was dabei rausgekommen ist? Ich wollte gerade ins Bett gehen, da kam mir dieser Link entgegen. Es handelt sich um den Versuch der Begriffserklärung „Neoliberal“. Ich dachte den les ich noch schnell, danach wird geschlafen. Doch beim Lesen wurde mir eindrucksvoll bewusst, dass all das, was dort drinnen beschrieben ist, genau das ist, was ich schon wusste, jedoch noch nie so auf den Punkt bringen konnte. Der Text hat mir in dem Sinne nichts Neues gezeigt, jedoch viel im Kopf geordnet und gleichzeitig Sachen an die Oberfläche geholt, die mich beschäftigt haben, über die ich bloggen wollte, es dann aber nicht getan habe.

Er hat mir auch gezeigt, das dieses Gefühl mit dem ich durch die Welt gehe, dass „nichts so ist wie es scheint“, zumindest was Politik angeht, keine Überinterpretation meines Gehirns ist, sondern, dass auch andere die selbe logische Argumentation auf die Interpretation anwenden. Dieses Gefühl, du selbst interpretierst Dinge, die andere nicht so sehen, enstand bei mir erst durch die intensive Nutzung von Twitter. Man sucht sich ja seine Follower nach Interessen aus. Von daher ist meine Timeline voll mit Menschen, die Geschehnisse in der Gesellschaft so interpretieren wie ich. Das erzeugt ersteinmal einen Glauben, ganz viele denken so wie du, welches von der Erkenntnis zerstört wird „Hey du kennst in deinem Bekanntenkreis vielleicht ne Handvoll, wenns hoch kommt, die auch so denkt, der Rest versteht dich gar nicht.“ Dieses Gefühl kann ziemlich unangenehm werden, vor allem, wenn man neue Menschen trifft. Jedoch ist es eine Frage der Charakterstärke und eigenen Überzeugung, ob man dennoch dieses Verhalten beibehält. Da ich ja vor 2 Monaten angefangen habe zu studieren, hat mich dies unmittelbar tangiert.

In der anfangs erwähnten PDF-Datei gab es eine Vielzahl von hochinteressanten Links, darunter auch einen zum Wikipediaartikel Technokratie und Plutokratie. Wärend Plutokratie für mich einleuchtend und logisch einzuordnen war, stieß ich bei Technokratie auf Unstimmigkeiten, besonders bezüglich des Absatzes: 

Im Vordergrund steht die rationale, effektive Planung und Durchführung zielorientierter Vorhaben. Während sich die Aufmerksamkeit ganz auf Mittel und Wege konzentriert, verringert sich die Bedeutung demokratischer Willensbildung und politischer Entscheidungsprozesse hinsichtlich der Wahl gesellschaftlicher Ziele

Ich bin ja ein sehr nüchterner rationaler Mensch. Von daher ist der erste Satz auch durchaus etwas, was ich so befürworte. Beim zweiten Satz sieht es dagegen anders aus. Die strikte Ausrichtung auf rationale Schlüsse und Effizienz, mag zwar bei der Durchführung einer technischen Aufgabe sehr gut funktionieren, jedoch ist sie gänzlich ungeeignet, sobald die „Komponente“ Mensch in die Aufgabe hineinfließt. Das macht die Technokratie für den reinen Arbeitsablauf zwar sehr attraktiv, jedoch macht es sie als System politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen unwählbar. Den Menschen kann man nicht mittels Effizienz oder Planung beschreiben und einkalkulieren. Jeder Versuch sorgt für eine automatische Entmenschlichung, weil er in dieser Situation nur noch ein Haufen Zahlen und Werte ist. Rationalität bezüglich des Menschen ergibt das, was wir heutzutage im Begriff „Humankapital“ sehen, welchen ich zu tiefst verabscheue. Der Mensch ist in diesem System kein Mensch mehr, sondern ein Wert, eine Ware, was der Kapitalismus übrigens genauso sieht und was ihn damit automatisch unmenschlich macht. Doch auch wenn dieses System eigentlich gesellschaftlich falsch ist, glaube ich, dass die „Herrschaft der Sachverständigen“ wie es bei Wikipedia genannt wird, nötig sein wird, um eine Gesellschaft in Zukunft organisieren zu können. Der einzige Unterschied, der erfolgen muss, ist, dass die „Sachverständigen“ neben ihrer Verpflichtung der Rationalität gegenüber, nicht ihre Verpflichtung als Mensch gegenüber anderen Menschen vergessen.

Ein weiterer Punkt, der mich viel beschäftigt, ist Wikileaks. Jeder hat es die letzten Tage sicherlich mitbekommen. Es wurden ~250.000 Diplomatendepeschen geleakt. Wikileaks hat mich wieder zu der Frage nach der Transparenz der Gesellschaft geführt. Dabei habe ich gemerkt, dass ich inzwischen zur Postprivacy neige. Dabei geht es grob darum, wenn jeder alles über jeden wüsste, es uns egal sein würde und die Konsequenzen von heute nicht mehr existieren würden. Oder anders gesagt, wie verzichten auf unsere Privatsphäre. Und ich merke wie ich das wirklich mache. Ich führe Chatgespräche auf der Pinnwand von Facebook, mache wir aber gleichzeitig Sorgen, das der Chat von Facebook bei Pidgin eingebunden unverschlüsselt gesendet wird. Ich habe mir in diesem Thema noch kein abschließendes Urteil gebildet, jedoch weiß ich für mich soweit, das es nur um ein entscheidenden Punkt geht, ab wann eine verletzte Privatsphäre für mich zum Problem wird. Alles was ich freiwillig mache, mache ich aus vollen Bewusstsein und der mögliche Missbrauch meiner veröffentlichten Daten ist mir bewusst, doch wiegt für mich der Vorteil daraus größer, als die mögliche Gefahr. Alles was gegen diese Freiwilligkeit geschieht, ist etwas womit ich nicht einverstanden bin, weil mir jemand die Entscheidung für einen möglichen Weg entreißt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich die Daten vielleicht sowieso freiwillig gegeben hätte. Wir sind alle per Gesetz mündige Bürger und haben die Möglichkeit unsere Handlungen frei zu wählen. Jeder Entriss dieser Entscheidungsmöglichkeit, sei es von staatlicher oder unternehmerischer Seite ist eine Entmündigung und somit eine Absprache des Rechts, selbst bestimmen zu können. Es wird dir außerdem der Grund genommen, dir über die Entscheidung Gedanken zu machen und zu einem eigenständigen Urteil zu kommen.

Wen das Thema interessiert, dem empfehle ich auf Twitter @mspro und @plomlompom und den Blog von mspro. Außerdem den Chaosradio Express zum Thema Privatsphäre mit den beiden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch so viel gab, was ich eigentlich noch in diesen Blogpost schreiben wollte und unter diesem Gesichtspunkt ist der Titel auch irgendwie falsch, aber was solls. Ma sehn ob ich es ab jetzt schaffe einfach jeden Gedanken festzuhalten wenn er kommt und irgendwie zu verarbeiten.

Worauf kommt es im Leben an?

Diese Frage wird früher oder später jeden im Leben beschäftigen. Ihre Antwort ist geprägt durch das, was wir im Leben erlebt haben, durch die Menschen, denen wir begegnet sind, durch die Schicksalsschläge, die uns im Leben getroffen haben.

Ich habe mir diese Frage vor einem Jahr gestellt und habe auch kurz danach eine Antwort für mich gefunden. Vorher wollte ich Geld und Karriere. Wollte ein großes Haus und ein tolles Auto fahren. Das typische Klischee halt.

Nach der Beschäftigung mit dieser Frage sah es für mich anders aus. Mir ist es nicht mehr wichtig besonders viel Geld zu verdienen, ein teures Auto zu haben, oder ein großes Haus zu besitzen. Solange ich einigermaßen bequem leben kann, genügt es. Auch muss ich nicht sonstwieweit auf der Karriereleiter aufsteigen. Mir ist es wichtiger, etwas zu machen, was für die Gesellschaft von Nutzen ist. Was die Welt verbessert.

Ja ich weiß. Das klingt sehr idealistisch und weltfremd, doch bin ich davon überzeugt, dass eben dieses idealistische Bild zu erreichen ist, oder man sich ihm nähern kann. Der Mensch hat sich im Laufe seiner Evolution so weit entwickelt, dass er nicht mehr nur an sich denken muss. Die Gefahren von grauer Vorzeit existieren nicht mehr.

Heutzutage hätte ein Mensch keinen Grund, einem anderen zu Schaden. Er hätte davon keinen Nutzen. Unsere Ethik hat sich soweit entwickelt, dass wir dem Menschen Rechte eingeräumt haben, allein wegen der Tatsache, dass er ein Mensch ist. Weil sich eben unser Verständnis derart weiterentwickelt hat, macht es anti-soziales Verhalten nichtmehr notwendig. Keiner will, dass ein anderer ihm Schaden zufügt, also fügt er im Umkehrschluss anderen auch kein Schaden zu. Stattdessen beginnen wir zu überlegen, wie wir anderen Menschen, ohne das wir einen Nutzen davon haben, helfen können.

Dieser Wunsch, etwas Positives für andere zu machen, lässt sich gut an der Generation erkennen, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Besonders OpenSource-Communities oder andere Projekte, die frei für jeden zur Verfügung gestellt werden, sind der Beweis. Dort investieren Menschen, die von der Sache begeistert sind, unglaublich viel Zeit und stellen ihre Arbeit anderen unentgeltlich zur Verfügung und freuen sich daran, wenn sie von anderen genutzt und wertgeschätzt wird.

Man könnte also denken, dass unsere Gesellschaft sich zu einer Besseren entwickeln müsste. Würde sie auch. Würde sie das jetzige System nicht dazu zwingen, gegen ihren eigenen Wunsch ein anti-soziales Verhalten an den Tag zu legen, um karrieremäßig etwas zu erreichen.

Ja, ich gehe davon aus, das jeder Mensch in seinem Innern, aus den oben genannten Gründen, Gut ist, doch nur durch unser System dazu gezwungen wird, sich anders zu verhalten.

Jetzt kommt das Ergebnis der am Anfang gestellten Frage. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es wichtiger im Leben ist, zu seinen Prinzipien und Überzeugungen zu stehen, als Geld und Karriere. Meine Überzeugungen habe ich gerade ausgeführt und ich bin davon überzeugt, wenn nur genug Menschen sich eigentlich so verhalten würden, wie sie es gerne möchten, ohne Existenzangst, ohne die Angst, das das System sie im Stich lässt, würden mehr und mehr von diesem Gedanken, dieser Idee überzeugt werden und so würde sich im Laufe der Zeit die Gesellschaft in eine bessere Wandeln.

Ein weiterer Punkt von dem ich überzeugt bin ist, dass man auch im jetzigen  System etwas erreichen kann, wenn man sich NICHT anpasst. Und eben weil ich diese Überzeugung habe, kann ich mir sagen, mir kommt es darauf an, in 50 Jahren sagen zu können: Ich bin mir immer treu geblieben. Ich habe mich nicht verbogen, nur um etwas zu erreichen. Ich habe für das eingestanden, was ich denke. Ich habe versucht die Gesellschaft zu verbessern und vielleicht dazu beigetragen. Ich bin glücklich und zufrieden mit mir.

Darauf kommt es für mich im Leben an.

Ich weiß, das dies eine sehr schwer zu verstehende Einstellung ist, doch sie gründet auf der Erkenntnis, dass unsere jetzige Welt, das jetzige Verhalten von Menschen gegenüber anderen, die Grausamkeiten, die auf der Welt geschehen, nie und nimmer das sein kann, was wir in der Lage sind zu erreichen. Es muss machbar sein, eben aufgrund unserer Evolution eine Welt zu schaffen, in der es kein anti-soziales Verhalten gibt, in der kein Mensch aufgrund eines anderen leiden muss oder benachteiligt ist.

Auf ganzer Linie versagt!

Die Deutsche Bahn kann wahrlich froh sein, dass sie ein Quasimonopol auf der Schiene hat. Ansonsten würde dieses Unternehmen nicht mal Ansatzweise weiterbestehen. Was sowohl Service als auch Organisation angeht fällt mir nur „Nicht vorhanden“ ein.

Warum schreibe ich das? Ich sitze gerade in einem überfüllten IC an der Ausstiegstür und frage mich, was den vollen Preis für solch eine Fahrt rechtfertigt. Bei dem vollen Fahrpreis erwarte ich, dass ich einigermaßen komfortabel von A nach B transportiert werde. Das betrifft einerseits den Sitzplatz, andererseits auch den Zustand des Zuges. Wenn ich im Abteil Angst habe das der Zug gleich in alle Einzelteile zerfällt, weil es laut ist ohne Ende, klappert usw, oder wenn ich aufgrund akuter Überfüllung im Gang sitzen muss, darf nur ein Teil des Preises fällig werden. Immerhin habe ich keinen Service und Komfort.

Zug fahren sollte doch mal die umweltfreundliche und bequeme Alternative zum Autofahren sein. Von diesem Ziel sind wir soweit entfernt, wie von der vereinheitlichen Weltformel. Das Problem mit der Überfüllung könnte eine Sitzplatzanzeige am Zug lösen. So weiß ich, dass keiner mehr frei ist und kann mir eine neue Lösung überlegen. Für die Ermittlung der belegten Sitzplätze gibt es sicher mehrere Möglichkeiten. Mir fällt da spontan der Ticketverkauf in eine bestimmte Richtung ein – wenn man davon ausgeht, jedes Ticket besetzt einen Sitzplatz – oder Drucksensoren in den Sitzen, wie man sie von Autos kennt. Die Möglichkeiten sind auf alle Fälle da. Eine andere schöne Möglichkeit gegen Überfüllung wäre der Einsatz weiterer Züge, aber ich fantasiere…

Der Grund warum die Bahn auf alle Probleme scheißt ist simpel. Haben wir Passagiere denn eine Wahl? Wenn man nicht mit dem Auto fahren will oder kann, wie soll man sonst innerhalb von Deutschland einigermaßen schnell hin-und-her kommen? Egal ob die Züge noch kaputter werden, noch mehr Verspätung haben werden, noch teurer werden, wir werden weiter Bahn fahren, schlicht und ergreifend weil wir es müssen.

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Die erste Woche

Die erste Woche ist um und ich möchte ein kleines Fazit ziehen. Ich war sehr angenehm überrascht. Was sowohl meine Mitazubis aus diesem Jahrgang betrifft, als auch die aus den höheren Jahrgängen. Alle waren total aufgeschlossen gegenüber uns Neuen. Auch die Ideen, wie wir den Rest der Azubis kennenlernen konnten, fand ich toll. Aus unserem Jahrgang hatte man auch gleich welche gefunden mit denen man Hannover „erkunden“ konnte. Was ich hiersehr empfehlen kann ist der Funpark im Expo-Plaza. Sehr geile Location, Lasershow und toller Musikmix. Perfekte Atmosphere für Freunde von House, Elektro. Das ich so begeistert bin, kann auch daran liegen, dass ich bis jetzt nicht soo viele „tolle“ Clubs gesehn habe, doch die nächsten 3 Jahre werden zeigen, ob Funpark für mich so DAS Ding bleibt. Der erste Abend war auf alle Fälle ein Riesenspass. Ich freue mich auf das was es in Hannover noch zu entdecken gibt. Das Zweite Ding neben der Clubszene ist die Parkourszene, welche ich suchen muss. Meine Schulterverletzung ist jetzt etwas mehr als 2 Monate her und es wird langsam wieder Zeit zu testen, was schon machbar ist. Beim Suchen wird mir Google sicher gute Dienste leisten.

Also dann. Euch allen eine schöne Woche 😉

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Und so beginnt es…

Es ist geschafft. Meine Wohnung ist fertig eingericht, ich wohne jetzt endlich in Hannover und kann nur sagen, Ich bin überglücklich. Es ist so ein tolles Gefühl auf eigenen Beinen zu stehen. Endlich seinen eigenen Weg zu gehen, nach 13 Jahren Schule und 9 Monaten Zivildienst. Etwas Bürokratie ist noch zu erledigen, ich habe noch kein DSL, aber das kommt alles die nächsten Tage. Heute ist meine erste Nacht alleine in meiner neuen Wohnung. Ich habe bis jetzt kein Heimweh, was nach einem Tag aber auch noch nicht verwunderlich ist. Hannover ist eine echt schöne Stadt, mein Viertel und meine Wohnung gefällt mir so gut, dass ich nicht vorhabe die nächsten Jahre hier wegzuziehen. Sollte ich nach den 3 Jahren in Hannover arbeiten, werde ich trotz höherem Einkommen hier bleiben.

Ich bin sehr gespannt, was die nächsten 3 Jahre bringen, wie das Studium wird, wie die Arbeit wird, was mir die Stadt noch so geben wird. Es war bis vor 2 Wochen noch recht mulmig, ob vielleicht noch was dazwischen kommt, doch jetzt sind alle möglichen Hindernisse aus dem Weg geräumt. Das einzige was ich jetzt schon vermisse sind meine Liebsten. Eine war ja noch nie in Cottbus, eine andere ist schon vor einem Jahr weggezogen. 2 habe ich in Cottbus zurückgelassen, die ich aber auf jeden Fall so oft wie möglich besuchen werde. Es wird mich nach Berlin, Cottbus, Potsdam und Leipzig ziehen um sie wiederzusehen. Es ist zwar weit, doch für solche Menschen nimmt man die Strecke gerne in Kauf. Schön ist es, dass ich hier um die Ecke einen solchen Menschen habe. Sie alle sind Freunde die mir mehr als alles andere bedeuten. Solche finde ich hier in Hannover nicht, dafür sind sie zu einzigartig. Ich will sie auch gar nicht ersetzen, ich hoffe einfach das die Freundschaft so viel wert ist, wie ich ihr beimesse und dann der Kontakt und die Beziehung gleichbleibt.

Nichtsdestotrotz, Hannover ist voller Menschen und ich werde die Wochenende sicher immer etwas zu tun haben. Es wird schwer keinen zu kurz kommen zu lassen, doch ich bin mir sicher, dass ich es meistere.

Hannover ist ein Neuanfang. Die Erinnerungen an Cottbus, die Schulzeit, die Leute, besondere Momente, werden mich auch hier immer begleiten. Immerhin haben sie mich zu dem gemacht, der ich jetzt bin. Ich blicke positiv und gespannt auf die kommenden 3 Jahre.

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