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Archive for the ‘Technik’ Category

Gedanken über Datenschutz

Da ich mich ja seit geraumer Zeit mit Post-Privacy beschäftige kommt man nicht drumherum sich eigene Gedanken zum Thema Datenschutz zu machen. Mir geht es eigentlich speziell um Datenschutz bei der Verarbeitung von Daten mit informationstechnischen Systemen. Da aber mit zunehmender Technisierung überall Computer im Einsatz sein werden, ist dieser Bereich der einzig für mich relevante.
Datenschutz grob umrissen heißt ja, mit den Daten anderer Personen nichts Böses anzustellen. Diese Daten werden dann auf irgendwelchen technischen Systemen verarbeitet. Wenn man sich mal ein beliebiges Computersystem anschaut, weiß jeder, dass es keine „perfekten“ Systeme gibt und in meinen Augen nie geben kann. Fehler können im Design, in der Erstellung oder im Betrieb des Systems passieren. Außerdem können Veränderungen von außen Bedingungen ändern und so zu Fehlern im System führen. Sicherlich kann man erkannte Fehler beheben, doch man wird ihr Auftreten nie vollkommen verhindern können.

Also komme ich zu dem Schluss das jedes technische Systemn irgendwie fehleranfällig ist. Je mehr Parteien daran beteiligt sind desto höher die Wahrscheinlichkeit. Jetzt besteht das Internet aus Computern. Das heißt, dass alle Daten, die im Internet zirkulieren,  auf fehleranfälligen Computern verabreitet werden. Datenschutz umzusetzen heißt damit auf diesen Systemen für einen speziellen Umgang mit persönlichen Daten zu sorgen. Ist dieses System vom Internet abgekoppelt wäre immer noch der Mensch als mögliche Schwachstelle, wie wir bei Wikileaks eindrucksvoll gesehen haben. Ist das System an das Internet angeschlossen, so ist es mit genügend Mitteln auch möglich dieses System anzugreifen.

Das lässt in mir nur den Schluss zu, alles was an persönliches, sensiblen Daten im Umlauf ist, ist nicht sicher, egal wie viel Datenschutz betrieben werden wird. Daher glaube ich das Datenschutz nur eine Scheinsicherheit ist, die uns ruhiger schlafen lässt, obwohl sie effektiv keine Sicherheit bieten kann.

Für mich habe ich daher den Schluss gefasst, „ins Internet“ kann von mir das, was ich jedem auf der Straße erzählen würde, wenn er mich fragt. Dinge, von denen ich nicht will, dass sie andere erfahren werde ich nicht online stellen. So wie man seine PIN ja auch nicht auf einem Zettel im Portemonaie oder sogar auf die Karte schreiben sollte.

Datenlecks in allen wirtschaftlichen Bereichen zeigen, dass es keine theoretische Gefahr ist. Dies kann man m.E. nach nicht durch schärferen Datenschutz lösen, weil Prozesse sonst zu komplex und ineffizient werden. Daher sehe ich als Lösung nur die Gesellschaft. So wie niemand Briefe aus dem Briefträgerfahrad nimmt, wenn der gerade in einem Haus ist, muss ein genereller Respekt vor den Daten anderer her.

Bis wir an diesem Punkt angelangt sind, wird der Datenschutz sein notwendiges Rückzugsgefecht führen, doch der Weisheit letzter Schluss kann er nicht sein. Daher finde ich es fatal in diesem Rückzugsgefecht auf den Datenschutz voll und ganz zu vertrauen. Die fortschreitende Technik hat die Gesellschaft so nachhaltig verändert und so müssen sich unsere Werte und Regeln des Zusammenlebens an diese Veränderung anpassen. Das geschieht aber nicht mit einer Gesetzesidee aus Zeiten vor der Veränderung.

Menschen die sich nicht an die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens, sprich Gesetze, halten gab es schon immer und wird es immer geben. Doch daran ändern schärfere Gesetze auch nichts. Wenn jemand wirklich anderen Schaden will, schafft er es. Datenschutz hin oder her. So wie wir uns an die Gefahr, beim Autofahren ums Leben zu kommen, gewöhnt haben, müssen wir uns auch daran gewöhnen das Daten missbraucht werden konnen. Doch solange jeder das Persönliche, das Private des Individuums respektiert, wird außerhalb absichtlichem Datenmissbrauch nichts passieren.

[Nachtrag] Da es vielen Datenschutzbefürwörtern durchaus bewusst ist, das Computersysteme nie zu 100% sicher sein können, möchte ich diesem Argument gleich etwas entgegensetzen. Es wird argumentiert, selbst wenn man nicht zu 100% etwas sicher machen kann, ist es doch besser wenn das System zu 99% sicher ist. Dazu ein kleines Rechenbeispiel. Angenommen man bekommt ein System so sicher das in einem Jahr zu 0,001% ein Datenleck entsteht. Dann hätte man bereits bei 10000 Computersystemen jedes Jahr ein garantiertes Datenleck. Da die Anzahl an Computersystemen weiter steigt und steigen wird, wird es immer, egal wie fast sicher ein System ist, Datenlecks geben. Und für den einzelnen Betroffenen hat der Datenschutz in diesem Fall versagt. Daher bleibe ich trotz des Arguments, fast sicher ist besser als gar nicht sicher, bei der Meinung Datenschutz kann nicht die letzte Lösung sein.

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Kategorien:Gesellschaft, Technik Schlagwörter:

Briefpost muss endlich obsolet werden!

Im Zuge meines Zivildienstes kam ich heute zu der tollen Aufgabe Einladungen für ein bevorstehendes Event in Briefumschläge zu packen und zu beschriften. Es waren genau 360 Briefe. Man gehe davon aus, dass die günstigste Beförderung genommen wird, dass wären 0,45€ pro Brief, 162 € allein für das Versenden von Einladungen. Man fragt sich doch, wieso im Zeitalter von Computern und dem „Überall-Internet“ so viel Geld rausgeschmissen wird. Man stelle sich nur noch eine Größere Anzahl Einladungen vor. Geld, welches sicher sinnvoller genutzt werden kann. Der ein oder andere wird jetzt sagen, nicht jeder hat eine Email-Adresse und das mag auch richtig sein, aber da es sich bei sehr vielen um Personen, die bei staatlichen Institutionen arbeiten, handelt, könnte man zumindest diese per Email einladen. Eine Email kostet nichts, denn er Rechner läuft eh. Man spart das Papier der Einladung und der Umschläge, sowie die Beförderungsgebühr. Angenommen, man würde nur die Briefe versenden, die aufgrund des Fehlens der Emailadresse unbedingt nötig sind, könnte man sicher im Laufe des Jahren sicher rund tausend Euro sparen, je nach Eventangebot. Daher sage ich: So viele Jahre nach „Erfindung“ der Email muss es endlich soweit sein, dass die Gesamtheit der Gesellschaft nur noch Briefe nutzt, wenn es unbedingt notwendig ist (behördliche Post bsp.), zum Wohl der Umwelt und auch des eigenen Geldbeutels.

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