Es geht zu Ende…

…mit dieser Gesellschaft. Dieser Gedanke kommt mir die letzten Tage sehr oft. Wie können Massen an Menschen so einem Menschen verfallen und ihn verteidigen, obwohl sein Fehlverhalten in Gänze dokumentiert ist. Es ist die Art der kognitiven Dissonanz die mir Angst macht. Wer sich die Kommentare, die bei der Facebookgruppe sekündlich eingehen, mal durchgelesen hat, weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. Es ist das naive Wegreden der Fehler eines Mannes, der ihnen allen ins Gesicht gelogen hat. Der seine Karriere durch Betrug gefördert hat und der jegliche Werte wie Moral und Anstand zugunsten eines schnellen politischen Aufstiegs weggeworfen hat.

Vielen ist das egal. Doch eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn alle gewisse Normen und Werte akzeptieren. Guttenberg hat den Betrug endgültig salonfähig gemacht. Ein Betrüger ist nicht länger zu verachten. Sofern man betrügt, um sich selbst zu bereichern, ist es legitim. Solch ein Werteverständnis sehe ich bei seinen Fans. Und das zeigt ein viel größeres Problem.

Es ist soweit, dass beruflicher Erfolg um jeden Preis das Höchste ist, was es im Leben zu erreichen gibt. Wie man es erreicht spielt keine Rolle. Jegliche infamen Methoden werden toleriert, so lange sie einen ans Ziel bringen. Das ist ein Ergebnis der neoliberalen Theorie der Leistungsgesellschaft. Umso trauriger, dass diese Ideologie jetzt gänzlich in den Köpfen der Menschen verankert ist.

Wer versucht, diesen Leuten nüchtern zu erklären warum es wichtig ist dass er geht, dass es ein Dammbruch für die Reste der Moral der Gesellschaft wäre, dass er politisch Fehler zuhauf gemacht hat, erntet zumindest die Tage in der Facebookgruppe Beschimpfung und Ausflüchte. Alles sei nicht so schlimm. Jeder macht das. UMSO SCHLIMMER. Nur weil es anscheind jeder macht, ist es nichts worauf man stolz sein sollte, was man als Normalität angeben sollte. Es zeigt nur, dass wir uns von einem möglichen Ideal inzwischen weiter weg befinden als jemals zuvor.

Doch wie will man mit Menschen reden, die für rationale Argumente taub sind? Das ist die Frage. Im Netzpolitik-Blog gibt es einen schönen Kommentar über diese Menschen, die unentwegt an ihrem strahlenden Idol festhalten. Dort wird der Grund für ihre Taubheit folgendermaßen erklärt:

Ein Großteil der Guttenberger scheint mir aus den Gruppen der Nichtwähler und der politisch Uninteressierten zu kommen und sich jetzt erstmals in eine politische Diskussion einzuschalten. Das erklärt auch, warum in vielen Foren so viele Neumitglieder ohne vorherige Beiträge sich für Guttenberg einsetzen. Das ist wohl kein Astroturfing, sondern die haben sich vorher eben nie für Politik interessiert, und jetzt interessieren sie sich zumindest für einen Politiker, allerdings auch nicht wegen dessen Politik, sondern wegen seiner Starqualitäten.

Politik mutiert zum Personenkult. Es  ist egal, was diese Person politisch macht, es interessiert nicht. Solch ein Verhalten ist gefährlich. Das gab es schon einmal und Guttenberg hält uns gut vor Augen, warum das überhaupt möglich war. Daher ist es wichtig in der Politik, auf Personenkult zu verzichten. Wichtiger als die Person an sich, sind seine Vorhaben, seine Ansichten, seine Pläne, seine Ideen. Das muss in den Fokus rücken, das ist auch maßgeblich die Aufgabe der Boulevardmedien, denn viele seine Anhänger konsumieren hauptsächlich diese Form der Nachrichten.

Warum haben die Deutschen den Wunsch nach Führung? Warum ist uns Auftreten, Wirkung und in Szene setzen des Menschen wichtiger als das, was dahinter steht? Erklärungsversuche gibt es hier.

Auch bedenklich finde ich die Tatsache, dass viele die Gruppe liken, nur zum Spass, oder weil sie es lächerlich finden. Das ist an sich ja gut, immerhin unterwandert es so die Gruppe, doch von den Medien wird nur die Anzahl der Fans wahrgenommen und zeichnet so ein falsches Bild. Es ist eine Art der Meinungsverzerrung, welche zur Folge haben könnte, dass sie von der Politik nicht unbeachtet bleibt. Immerhin haben wir den Politikern in den letzten Jahren beigebracht, das Netz nicht zu ignorieren. Ebendies könnte sich noch als fatal herausstellen. Denn nirgendwo ist es leichter mit kleiner Masse sehr laut zu sein, als im Netz.

Egal wie es noch damit weitergeht – eins ist bereits geschehen. Die Tatsache, dass wir uns von einem gesellschaftlichen Ideal weiter weg befinden als je zuvor und dass die meisten Menschen einfach nur verblendet und dumm sind und nicht gewillt, etwas daran zu ändern, ist ernüchternd. Niemand kann eine verblendete Masse aufklären. Sowas geht nur einzeln. Darum muss ich mich haekelschweins Kommentar zu Teilen anschließen. Es liegt an uns, anderen durch offene Diskussion eine andere Sichtweise zu vermitteln. Wer das aufgibt, der gibt auch das gesellschaftliche Ideal auf, auf das wir eigentlich hinarbeiten sollten.

UPDATE: Nachdem ich die Nacht lang Beiträge gelesen habe, habe ich mich schweren Herzens entschlossen, die Gruppe doch zu liken um zu sehen, ob man mit diesen Leuten reden kann. Und siehe da, man kann. Ist man sachlich und höflich sind sie es auch. Mein Ergebnis nach fast 2 Stunden. Frage nach Argumenten und es kommt Schweigen zurück.

UPDATE2: Leider wurde ich nun gemeldet und das Experiement ist nun vorbei. Dennoch habe ich gemerkt das es sehrwohl leute gibt, mit denen man reden kann, wo man sogar merkt, dass sie über das Gesagte nachdenken. Leider haben die Trolle die Oberhand, was das ganze einfach nur noch trauriger macht.

Hier die Links zu ein Paar Diskussionen: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=137561359642858&id=136786223053705&cmntid=137564289642565

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=137560912976236&id=136786223053705

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=137568182975509&id=136786223053705&cmntid=137568269642167

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Wikileaks und das drumherum…

Was die letzten Tage im Zusammenhang mit Wikileaks passiert ist, ist schon echt unheimlich spannend. Der Grund für alles, was jetzt passiert, ist die Veröffentlichung der Diplomatendepeschen, welche nichts anderes zum Vorschein bringen, als die Verlogenheit der Staaten, von denen sie kommen. Klar, dass eben diese versuchen, so eine Veröffentlichung zu verhindern (Wer hier sagt, das doch gar keine Staaten versuchen die Veröffentlichung zu verhindern, das seien doch Privatfirmen, lest weiter, Begründung kommt gleich). Aber nur aus dem Grund, dass es ihnen peinlich ist, dass dies jetzt herausgefunden wurde, wie verlogen sie eigentlich sind. Die meisten haben es eh schon gewusst oder geahnt und fühlen sich jetzt darin bestätigt. Aber so ist das nun mal, wenn man erzählt, was der Wähler hören will und hintenrum doch das Gegenteil macht – was dann wieder ein anderes Thema wäre.

Ein Wort was sich mir sehr eingeprägt hat ist „Infowar“ aus diesen Blogpost in der Zeit, und ehrlich gesagt, ein wenig muss ich dem Ganzen zustimmen. Zuerst war da die Kündigung des Geschäftsverhältnis durch Amazon an Wikileaks, danach kam die Entfernung des Domaineintrags durch EveryDNS und auch noch der Boykott von Firmen wie Paypal, Visa und Mastercard. Ich denke die meisten dachten sich schon, dass das „Netz“ sich eine Antwort dazu überlegen wird. Wir haben in den letzten Monaten diverse Shitstorms miterlebt, doch welche Ausmaße das Ganze annehmen würde, haben sicher nur die Wenigsten erwartet. Für mich war es sehr krass zu sehen, wie schnell Mirrors und DNS-Weiterleitungen aus dem Boden geschossen sind, sodass die Infrastruktur, die Wikileaks im Netz hält, jetzt durch die Unterstützung der Community stärker erscheint als zuvor. Es zeigt auch, wie armseelig der Versuch ist, eine Website oder eine Publikation aus dem Internet zu entfernen, an der ein öffentliches Interesse besteht. Nachdem der Versuch gescheitert war, Wikileaks aus dem Netz zu entfernen (ich  kann echt nur darüber lachen, wie man glauben konnte, das würde funktionieren) wurde offenbar versucht, die Finanzströme zu stören, was am Boykott der Finanzdienstleister gegenüber Wikileaks ersichtlich ist.

Ich glaube, ich sollte hier kurz etwas anmerken: Klar, wer sich damit beschäftigt hat, wird sagen, dass die Firmen von sich aus ihr Geschäftsverhältnis eingestellt haben. Doch da möchte ich sinngemäß den Spiegel zitieren. Was glaubt ihr, wovor die Firmen mehr Angst haben? Vor der Regierung des Landes, in dem sie sitzen, oder vor dem Netz? Von daher finde ich den Vorwurf des „vorrauseilenden Gehorsams im Sinne des Staates“ durchaus passend, weil es nicht das erste Mal wäre, dass so etwas stattfindet.

Was ich heute gelesen habe, erfreute mich doch zutiefst. Eben die obengenannten Firmen wurden von einen mehr oder weniger freiwilligen Botnetz aus dem Dunst von 4Chan und Anonymus attackiert. Die Kreditkartenfirmen, als auch Paypal gingen schon down und Amazon soll wohl der nächste sein. Das finde ich sehr lustig, wurde Wikileaks doch eben mit derselben Methode attackiert, wenige Tage nach Veröffentlichung der Depeschen.  Die einen finden, es sei der falsche Weg, die anderen dagegen sind der Meinung, es sei ok. Ich persönlich befürworte es, weil ich es als gewaltfreie Protestmöglichkeit sehe und diese gleichzeitig den Spinnern klarmacht, dass sich die Menschen die demokratische Freiheit des Internets nicht mehr nehmen lassen.

Das war ja jetzt erstmal nur das Zeug um Wikileaks herum, aber widmen wir uns nun den „Verlogenheiten“ welche durch die Depeschen ans Licht kamen. Das reicht von Einflussnahme von Visa und Masercard auf russische Finanzgesetze, was den Boykott ja noch schmackhafter macht, bis zu der Nichtverfolgung von Entführungen TerrorVERDÄCHTIGER durch die CIA in Deutschland. Jaja, schon toll so ein Rechtsstaat, nicht wahr?

Und zu der Causa Assange soviel: Es ist schade, das Wikileaks gerade durch diese Anschuldigungen so viel Aufmerksamkeit bekommt. Klar, vielleicht ist da politischer Druck dahinter und das Ganze eigentlich unbegründet, aber hey, politischer Druck steckt überall dahinter – haben wir ja gesehen – und sicherlich wird irgendwas vorgefallen sein, doch ob die Maßnahmen gegen ihn gerechtfertigt sind, wird in solch einer Situation sicher untergeordnete Rolle spielen. Anscheind bedarf es eben des Angriffs auf diese Persöhnlichkeit, dass das Netz mobil macht, was in meinen Augen einfach nur schade ist. Aber hey, Deutschland hat wegen eines Bahnhofs mobil gemacht. Es sind wohl eher unwichtigen Dinge, die das Fass zum Überlaufen bringen. Zu der Causa Assange hab ich noch ein paar differenzierte Meinungen für euch. Die Erste ist aus dem Stern, die Zweite aus dem FAZ-Feuilleton und die letzte von der Zeit. Es lohnt sich wirklich alle 3 zu lesen, weil durchaus andere Gesichtspunkte und Perspektiven auftreten. Aber den meisten wird jetzt sicher klar, das die nächsten Wochen durch aus spannend werden!

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Die letzten Wochen…

Ich sitze seit langem mal wieder vor dem Webinterface meines Blogs und habe beschlossen zu versuchen, all das, was mir die letzten Wochen durch den Kopf gegangen ist, in Worte zu fassen. Es ist gerade 3:25, heute habe ich um 8 Uhr Vorlesung und Kaffee ist frisch gebrüht. Ja die Nacht werde ich wohl nicht mehr zum schlafen kommen.

Doch was hat mich darauf gebracht hier einfach vor mich hin zu schreiben und am Ende zu gucken, was dabei rausgekommen ist? Ich wollte gerade ins Bett gehen, da kam mir dieser Link entgegen. Es handelt sich um den Versuch der Begriffserklärung „Neoliberal“. Ich dachte den les ich noch schnell, danach wird geschlafen. Doch beim Lesen wurde mir eindrucksvoll bewusst, dass all das, was dort drinnen beschrieben ist, genau das ist, was ich schon wusste, jedoch noch nie so auf den Punkt bringen konnte. Der Text hat mir in dem Sinne nichts Neues gezeigt, jedoch viel im Kopf geordnet und gleichzeitig Sachen an die Oberfläche geholt, die mich beschäftigt haben, über die ich bloggen wollte, es dann aber nicht getan habe.

Er hat mir auch gezeigt, das dieses Gefühl mit dem ich durch die Welt gehe, dass „nichts so ist wie es scheint“, zumindest was Politik angeht, keine Überinterpretation meines Gehirns ist, sondern, dass auch andere die selbe logische Argumentation auf die Interpretation anwenden. Dieses Gefühl, du selbst interpretierst Dinge, die andere nicht so sehen, enstand bei mir erst durch die intensive Nutzung von Twitter. Man sucht sich ja seine Follower nach Interessen aus. Von daher ist meine Timeline voll mit Menschen, die Geschehnisse in der Gesellschaft so interpretieren wie ich. Das erzeugt ersteinmal einen Glauben, ganz viele denken so wie du, welches von der Erkenntnis zerstört wird „Hey du kennst in deinem Bekanntenkreis vielleicht ne Handvoll, wenns hoch kommt, die auch so denkt, der Rest versteht dich gar nicht.“ Dieses Gefühl kann ziemlich unangenehm werden, vor allem, wenn man neue Menschen trifft. Jedoch ist es eine Frage der Charakterstärke und eigenen Überzeugung, ob man dennoch dieses Verhalten beibehält. Da ich ja vor 2 Monaten angefangen habe zu studieren, hat mich dies unmittelbar tangiert.

In der anfangs erwähnten PDF-Datei gab es eine Vielzahl von hochinteressanten Links, darunter auch einen zum Wikipediaartikel Technokratie und Plutokratie. Wärend Plutokratie für mich einleuchtend und logisch einzuordnen war, stieß ich bei Technokratie auf Unstimmigkeiten, besonders bezüglich des Absatzes: 

Im Vordergrund steht die rationale, effektive Planung und Durchführung zielorientierter Vorhaben. Während sich die Aufmerksamkeit ganz auf Mittel und Wege konzentriert, verringert sich die Bedeutung demokratischer Willensbildung und politischer Entscheidungsprozesse hinsichtlich der Wahl gesellschaftlicher Ziele

Ich bin ja ein sehr nüchterner rationaler Mensch. Von daher ist der erste Satz auch durchaus etwas, was ich so befürworte. Beim zweiten Satz sieht es dagegen anders aus. Die strikte Ausrichtung auf rationale Schlüsse und Effizienz, mag zwar bei der Durchführung einer technischen Aufgabe sehr gut funktionieren, jedoch ist sie gänzlich ungeeignet, sobald die „Komponente“ Mensch in die Aufgabe hineinfließt. Das macht die Technokratie für den reinen Arbeitsablauf zwar sehr attraktiv, jedoch macht es sie als System politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen unwählbar. Den Menschen kann man nicht mittels Effizienz oder Planung beschreiben und einkalkulieren. Jeder Versuch sorgt für eine automatische Entmenschlichung, weil er in dieser Situation nur noch ein Haufen Zahlen und Werte ist. Rationalität bezüglich des Menschen ergibt das, was wir heutzutage im Begriff „Humankapital“ sehen, welchen ich zu tiefst verabscheue. Der Mensch ist in diesem System kein Mensch mehr, sondern ein Wert, eine Ware, was der Kapitalismus übrigens genauso sieht und was ihn damit automatisch unmenschlich macht. Doch auch wenn dieses System eigentlich gesellschaftlich falsch ist, glaube ich, dass die „Herrschaft der Sachverständigen“ wie es bei Wikipedia genannt wird, nötig sein wird, um eine Gesellschaft in Zukunft organisieren zu können. Der einzige Unterschied, der erfolgen muss, ist, dass die „Sachverständigen“ neben ihrer Verpflichtung der Rationalität gegenüber, nicht ihre Verpflichtung als Mensch gegenüber anderen Menschen vergessen.

Ein weiterer Punkt, der mich viel beschäftigt, ist Wikileaks. Jeder hat es die letzten Tage sicherlich mitbekommen. Es wurden ~250.000 Diplomatendepeschen geleakt. Wikileaks hat mich wieder zu der Frage nach der Transparenz der Gesellschaft geführt. Dabei habe ich gemerkt, dass ich inzwischen zur Postprivacy neige. Dabei geht es grob darum, wenn jeder alles über jeden wüsste, es uns egal sein würde und die Konsequenzen von heute nicht mehr existieren würden. Oder anders gesagt, wie verzichten auf unsere Privatsphäre. Und ich merke wie ich das wirklich mache. Ich führe Chatgespräche auf der Pinnwand von Facebook, mache wir aber gleichzeitig Sorgen, das der Chat von Facebook bei Pidgin eingebunden unverschlüsselt gesendet wird. Ich habe mir in diesem Thema noch kein abschließendes Urteil gebildet, jedoch weiß ich für mich soweit, das es nur um ein entscheidenden Punkt geht, ab wann eine verletzte Privatsphäre für mich zum Problem wird. Alles was ich freiwillig mache, mache ich aus vollen Bewusstsein und der mögliche Missbrauch meiner veröffentlichten Daten ist mir bewusst, doch wiegt für mich der Vorteil daraus größer, als die mögliche Gefahr. Alles was gegen diese Freiwilligkeit geschieht, ist etwas womit ich nicht einverstanden bin, weil mir jemand die Entscheidung für einen möglichen Weg entreißt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich die Daten vielleicht sowieso freiwillig gegeben hätte. Wir sind alle per Gesetz mündige Bürger und haben die Möglichkeit unsere Handlungen frei zu wählen. Jeder Entriss dieser Entscheidungsmöglichkeit, sei es von staatlicher oder unternehmerischer Seite ist eine Entmündigung und somit eine Absprache des Rechts, selbst bestimmen zu können. Es wird dir außerdem der Grund genommen, dir über die Entscheidung Gedanken zu machen und zu einem eigenständigen Urteil zu kommen.

Wen das Thema interessiert, dem empfehle ich auf Twitter @mspro und @plomlompom und den Blog von mspro. Außerdem den Chaosradio Express zum Thema Privatsphäre mit den beiden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch so viel gab, was ich eigentlich noch in diesen Blogpost schreiben wollte und unter diesem Gesichtspunkt ist der Titel auch irgendwie falsch, aber was solls. Ma sehn ob ich es ab jetzt schaffe einfach jeden Gedanken festzuhalten wenn er kommt und irgendwie zu verarbeiten.

Remember remember…

…the last of september.

Zur Feier des Tages und mit Blick nach Stuttgart möchte ich euch heute mal Artikel 20 des Grundgesetzes zeigen und euch bitten, ihn mit der aktuellen Situation dort abzugleichen. Danke

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

PS: Dieser Blogeintrag kann Spuren von Ironie enthalten.

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Worauf kommt es im Leben an?

Diese Frage wird früher oder später jeden im Leben beschäftigen. Ihre Antwort ist geprägt durch das, was wir im Leben erlebt haben, durch die Menschen, denen wir begegnet sind, durch die Schicksalsschläge, die uns im Leben getroffen haben.

Ich habe mir diese Frage vor einem Jahr gestellt und habe auch kurz danach eine Antwort für mich gefunden. Vorher wollte ich Geld und Karriere. Wollte ein großes Haus und ein tolles Auto fahren. Das typische Klischee halt.

Nach der Beschäftigung mit dieser Frage sah es für mich anders aus. Mir ist es nicht mehr wichtig besonders viel Geld zu verdienen, ein teures Auto zu haben, oder ein großes Haus zu besitzen. Solange ich einigermaßen bequem leben kann, genügt es. Auch muss ich nicht sonstwieweit auf der Karriereleiter aufsteigen. Mir ist es wichtiger, etwas zu machen, was für die Gesellschaft von Nutzen ist. Was die Welt verbessert.

Ja ich weiß. Das klingt sehr idealistisch und weltfremd, doch bin ich davon überzeugt, dass eben dieses idealistische Bild zu erreichen ist, oder man sich ihm nähern kann. Der Mensch hat sich im Laufe seiner Evolution so weit entwickelt, dass er nicht mehr nur an sich denken muss. Die Gefahren von grauer Vorzeit existieren nicht mehr.

Heutzutage hätte ein Mensch keinen Grund, einem anderen zu Schaden. Er hätte davon keinen Nutzen. Unsere Ethik hat sich soweit entwickelt, dass wir dem Menschen Rechte eingeräumt haben, allein wegen der Tatsache, dass er ein Mensch ist. Weil sich eben unser Verständnis derart weiterentwickelt hat, macht es anti-soziales Verhalten nichtmehr notwendig. Keiner will, dass ein anderer ihm Schaden zufügt, also fügt er im Umkehrschluss anderen auch kein Schaden zu. Stattdessen beginnen wir zu überlegen, wie wir anderen Menschen, ohne das wir einen Nutzen davon haben, helfen können.

Dieser Wunsch, etwas Positives für andere zu machen, lässt sich gut an der Generation erkennen, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Besonders OpenSource-Communities oder andere Projekte, die frei für jeden zur Verfügung gestellt werden, sind der Beweis. Dort investieren Menschen, die von der Sache begeistert sind, unglaublich viel Zeit und stellen ihre Arbeit anderen unentgeltlich zur Verfügung und freuen sich daran, wenn sie von anderen genutzt und wertgeschätzt wird.

Man könnte also denken, dass unsere Gesellschaft sich zu einer Besseren entwickeln müsste. Würde sie auch. Würde sie das jetzige System nicht dazu zwingen, gegen ihren eigenen Wunsch ein anti-soziales Verhalten an den Tag zu legen, um karrieremäßig etwas zu erreichen.

Ja, ich gehe davon aus, das jeder Mensch in seinem Innern, aus den oben genannten Gründen, Gut ist, doch nur durch unser System dazu gezwungen wird, sich anders zu verhalten.

Jetzt kommt das Ergebnis der am Anfang gestellten Frage. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es wichtiger im Leben ist, zu seinen Prinzipien und Überzeugungen zu stehen, als Geld und Karriere. Meine Überzeugungen habe ich gerade ausgeführt und ich bin davon überzeugt, wenn nur genug Menschen sich eigentlich so verhalten würden, wie sie es gerne möchten, ohne Existenzangst, ohne die Angst, das das System sie im Stich lässt, würden mehr und mehr von diesem Gedanken, dieser Idee überzeugt werden und so würde sich im Laufe der Zeit die Gesellschaft in eine bessere Wandeln.

Ein weiterer Punkt von dem ich überzeugt bin ist, dass man auch im jetzigen  System etwas erreichen kann, wenn man sich NICHT anpasst. Und eben weil ich diese Überzeugung habe, kann ich mir sagen, mir kommt es darauf an, in 50 Jahren sagen zu können: Ich bin mir immer treu geblieben. Ich habe mich nicht verbogen, nur um etwas zu erreichen. Ich habe für das eingestanden, was ich denke. Ich habe versucht die Gesellschaft zu verbessern und vielleicht dazu beigetragen. Ich bin glücklich und zufrieden mit mir.

Darauf kommt es für mich im Leben an.

Ich weiß, das dies eine sehr schwer zu verstehende Einstellung ist, doch sie gründet auf der Erkenntnis, dass unsere jetzige Welt, das jetzige Verhalten von Menschen gegenüber anderen, die Grausamkeiten, die auf der Welt geschehen, nie und nimmer das sein kann, was wir in der Lage sind zu erreichen. Es muss machbar sein, eben aufgrund unserer Evolution eine Welt zu schaffen, in der es kein anti-soziales Verhalten gibt, in der kein Mensch aufgrund eines anderen leiden muss oder benachteiligt ist.

Warum 3D die Qualität von Kinofilmen senkt

Nachdem ich diese Gedanken schon sehr lange mit mir rumtrage und heute, nach dem Ansehen eines aktuellen Kinofilms in 3D bestätigen konnte, muss ich das ganze einfach ma aufschreiben. Also…

Das Problem an 3D ist der Hype darum. Filme werden mit „3D“ beworben, wobei dieses Merkmal teilweise direkt im Filmtitel enthalten ist (siehe Step Up 3D). Macht sich ja gut, bei 3. Teilen von Filmen, geb ich zu. Jedoch machte der heutige Film, es war Resident Evil – After Life, den Eindruck, als wäre er schnell passend zum 3D Boom produziert worden und 3D Effekte seien viel wichtiger als Story. Aber vielleicht sollte ich weiter ausholen.

Ich bin ein großer Fan der Resident Evil Filme. Der ganze Aufbau der Story, der starke Bezug von Teil 2 auf Teil 1 und die sich später auflösenden Rästel oder Ungereimtheiten haben für mich den Reiz ausgemacht. Also dachte ich, die nahtlose Aneinanderreihung wird auch bei Teil 3 praktiziert. Weit gefehlt…

Storymäßig hatte der Film lediglich den T-Virus und Alice als Bezug zu den anderen Teilen. Es wurde ein undefinierter Feind eingesetz, der Alice töten will, doch wirklich Bezug zum Ende des 2. Teils, vor allem im Bezug auf Alice als Projekt der Umbrella Corp. gab es nicht. Stattdessen war eins viel wichtiger! Szenen einzig und allein zur Hervorhebung von 3D, so habe ich es zumindest wargenommen. Seien es umherfliegende Kugeln, Glas, oder andere Teile, oder aus dem Bild herausragende Waffen und Autos, oder die allseits beliebte Slow-Motion, wovon die Regisseure wohl besonders Fan waren. Das alles war so plump und ersichtlich, dass ich froh war, dass diese Praktik gegen Ende immer mehr abnahm. Als ob die Produzenten am Anfang ganz viel 3D zeigen mussten, damit alle sagen „ohhhh“. Bullshit! Es nervt einfach nur tierisch. Filme dürfen nicht in dem Gesichtspunkt produziert werden, dass sie besonders viele „schöne“ 3D Szenen haben. Das war schon seit dem 3D Hype meine Befürchtung und es hat sich an Resident Evil 3 bestätigt. Wer 3D Filme kennt, wo immer noch die Story oder besonders viel Action im Vordergrund steht, OHNE überflüssige Szenen die rufen „Hier guck ma, tolles 3D wa?“, der sage mir Bescheid. Ein weiter Kritikpunkt ist, das die 3D Technik für echten Filmgenuss immer noch nicht ausgereift genug ist. Bewegungen wirken sehr sehr unscharf und unterschiedliche Tiefe, speziell eines Objektes, ebenfalls. Auch erschienen mir bei der Überlappung von „echten“ Bildern und Animationen noch noch einige Unstimmungkeiten was die Größenproportionen anging.

Also liebe Filmindustrie. Filme werden nicht deswegen toll, weil sie 3D sind. Filme werden durch Story, Charaktere, Action und deren stimmige Zusammensetzung toll. Wenn ihr unbedingt 3D einsetzen wollt, dann bitte subtil und nicht so profan offensichtlich und nicht zugunsten einer stimmigen Story und Zusammenhängen.

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Sarrazin-Diskussion auf Facebook

Heute Abend ergab sich auf der Pinnwand eines Freundes eine sehr schöne Diskussion um diesen Spiegelartikel. Ich fänd ich es schade wenn sie die nächsten Tage schon verschwinden würde, daher übernehme ich sie in diesen Blogpost, mit dem Stand, der gerade ist. Die anderen Diskussionsteilnehmer stelle ich mit A, B und C dar.

A: diese leute haben den sinn von unabhängiem journalismus verstanden !danke lieber spiegel!

B: Respekt!

Ich: Wow, herrlich wie die Art der Debattenkultur verteidigt wird, die dem Schema folgt „Wer am lautetsten und beleidigsten ist hat Recht“. So hetzt man Menschengruppen gegeneinander auf. Es ist viel leichter den Bürger zu entmachten und Gesetze gegen ihn zu beschließen, wenn die dummen Massen sich gegenseitig zerfleischen und nicht darauf achten was wo anders in der Politik geschieht. Wegen mir können wir über alles debattieren. Auch ob andere Menschengruppen „anders“ sind. Doch dann möchte ich bitte damit anfangen, OB sie wirklich! anders sind oder unsere Medien uns seit Jahren mit Klischees zumüllen, sodass wir sie inzwischen verinnerlicht haben. Lasst darüber debattieren warum wir es überhaupt zu lassen über den Wert eines Menschen anhand seiner Herkunft zu urteilen. Wir wollen nicht wieder im Mittelalter sein? Hergott wir sind seit Jahren wieder im Mittelalter. Das was um uns herum die letzten 5 Jahre geschieht ist nie und nimmer! mit dem „aufgeklärten mündigen Bürger“ vereinbar!

C: Na du …woher hast du den Artikel naaa? 😀

hmm es geht nich darum zu urteilen wer man ist aber sehr wohl darüber zu urteilen wie man sich verhält usw…und die medien haben ja gerade versucht die freie meinung zu unterdrücken weil es ja böse ist über integration zu sprechen oder mal kritik zu äußern..
ich glaube wir müssen mal in hameln bei nem bierchen diskutieren 😉
ode? 🙂

Ich: Welche Meinung sollte unterdrückt werden? Er kann sagen was er will. Doch wenn seine Äußerungen jeder Grundlage entbehren soll ihm das auch um die Ohren fliegen. Meinungsfreiheit heißt nicht das alle diese Meinung gut finden müssen. Es bedeutet man kann sagen was man will. Die Konsequenzen muss jeder selbst tragen. Was bei Sarrazin gemacht wird ist eben nur das aufzeigen einer plumpen Klischeemeinung. Niemand fragt danach warum die „bösen Ausländer“ sich so verhalten. Ob es vielleicht eine Reaktion auf das ist, wie ihnen begegnet wird. Nein da müsste man ja Selbstkritik äußern. Schiebt die Schuld auf die, die in Deutschland so gut wie keine Stimme äußern können. Zumindest nicht in dem Maße wie Sarrazin es vermag.

B: Wir Deutsche dürfen doch auch keine Meinung äußern, da man sonst sofort als Nazi oder ähnliches abgestempelt wird! Genau das passiert doch jetzt auch von den dummen Medien! Sarrazin wird von diesen jetzt als Rassist etc dargestellt, nur weil er bestimmte(!) Tatsachen anspricht, die sogar der Wahrheit entsprechen! Und genau diese Barriere hat Sarrazin jetzt einfach mal durchbrochen und mit Absicht überspitzt formuliert, um genau das zu erreichen, was jetzt geschieht, nämlich das über die Integration geredet wird. Und du kannst mir nicht erklären, dass die Deustchen daran Schuld sind, dass manche Ausländer – nicht alle! – sich nicht integrieren WOLLEN! die kein Wort Deutsch können und sich nur unter Gleichgesinnten aufhalten!

Ich: Also um Integration wird noch gar nicht geredet. Weder warum sie nicht funktioniert, noch ob sie überhaupt in dem Maße stattfindet, wie sie müsste. Es wird lediglich darüber geredet, warum Sarrazin es gesagt hat, ob er mit seinen Äußerungen recht hat. Interessant finde ich die Aussage er habe Recht? Wieso? Wegen den Nachrichten über Ehrenmorde, Übergriffe religiöser Ursache etc? Es sei angemerkt, das die Medien seit Jahren das senden, was gesehen werden will. Daher nehmen die Gewalttaten in den Nachrichten zu. Weil jedes kleine Ding gesendet wird. VIele andere Beiträge werden zurückgestellt, da sich Gewalt am besten verkauft. Es wird Sarrazin geglaubt, das er das sagt was die Medien seit Jahren berichten. Inwieweit es der Wahrheit entspricht ist damit in keinster Weise gesagt. Wir alle wissen, das nicht alle Ausländer nicht integrationswillig sind. Wir kennen alle Gegenbeispiele. Nur aufgrund dieser Wahrheitsverzerrenden Nachrichten glauben wir das die „böse seite“ so viel größer ist. Kriminalitätsstatistiken beweisen aber das Gegenteil. Auf diese Weise wurden Sarrazins Äußerungen auch auseinander genommen, aber eben nicht von allen Onlinenachtigen. Speziell nicht vom Spiegel aka „ehemaligen Nachrichtenmagazin“

C: Siehs mal so..weil er gesagt hat was er gesagt hat sprechen wir jetzt gerade im Facebook darüber und ich finde dass ist schon ein Erfolg. Dass man das Thema Integration endlich mal ohne Vorbehalte und ohne Zensur debattieren kann und vllt auch ein stückweit verbessern kann. Klar müssen beide Seiten aufeinander zugehen aber es muss endlich mal etwas geschehen und zwar im positiven Sinne und das finde ich hat der Thilo mit seinen zu Äußerungen erreicht…dass die Menschen wachgerüttelt werden.

Ich: Dennoch finde ich nicht, dass verteidigt wird, WIE er es gesagt hat. Zumindest nicht ohne Konsequenzen. Wenn ein Bankvorstand ethnische Gruppen pauschal als schlecht hinstellt, dieser zudem noch Parteimitglied ist, dann muss dies Konsequenzen haben, denn diese Äußerungen sind in seinen Positionen nicht zu dulden. Es wurden schon Leute wegen weniger ihrer Ämter entbunden.

B: anscheinend kennen wir unterschiedliche Statistiken!
Außerdem stellst du grad Ehrenmorde etc so dar, als wär es was völlig normles. Hallo?! Die Türkei will vollwertiges Mitglied der EU werden!! Darüber schonmal nachgedacht? Und dass es in Deutschland mittlerweile ganze Stadtteile gibt, in denen Deutsche nicht mehr wirklich erwünscht sind, steht auch außer Frage. Guck dir doch mal Berlin-Neukölln an. Da werden die wenig dageblieben Deutschen beleidigt und ähnliches.
Und dass nicht alle Ausländer so schlimm sind, habe ich eben selber gesagt. Aber dass es überhaupt welche gibt, die sich nicht integrieren wollen und auf Deutschland schimpfen, ist viel schlimmer. Da frage ich mich echt nach dem Sinn der Einwanderung.
Aber es wird ja mal wieder allein an dieser Diskussion hier deutlich, wie alles hier in Deutschland schön geredet wird und die Deutschen daran arbeiten, sich selbst und ihre Tradition und Kultur verschwinden zu lassen. In fast keinem anderen Land würde sowas akzeptiert werden!

B: aber dass man Konsequenzen dafür erhält, seine Meinung zu sagen? Wie war das mit der Meinungsgleichheit, äh, Meinungsfreiheit?!
Klar, hat er sie überspitzt formuliert, aber wie [C] schon erwähnt hat, hat er dadurch die Menschen wach gerüttelt

Ich: Ja genau. Warum bringen wir nicht jeden um, der sich uns und unserer Kultur wiedersetzt. Warum sprengen wir nicht einfach die Viertel in denen Deutsche nicht geduldet sind? Wir sind die Deutschen. Sie werden assimiliert werden, oder was? Jedes mal, als ich meine Freundin in Neukölln besuchen war, habe ich nichts dergleichen festgestellt. Im gegenteil. Neukölln war noch eins der angenehmen Viertel in Deutschland. Deine Argumentation bezieht sich darauf, dass die anderen Schuld sind. Eine Reaktion erfordert immer eine vorgegangen Aktion. Nennt man Causalität und lässt sich nicht wegargumentieren. Zu behaupten die würden sich ohne Grund so verhalten ist einfach nur das Eingeständnis das man es nicht anders erklären kann. Auch hier bestreite ich nicht, DASS es Menschen gibt nicht wollen. Doch dabei ist es wie mit den Pädophilen im Internet. Die tatsächliche Zahl ist viel viel viel kleiner als es uns weißgemacht wird.

Ich: Ich wiederhole oben. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass die eigene Meinung keine Konsequenzen hat. Niemand hindert ihn daran, sie kundzutun. Nur gibt es für Personen der Öffentlichkeit gewisse Normen, da sie eine Institution repräsentieren. Auch Image genannt. Also erfährt er den Gegenwind, den seine Meinung auslöst. NIEMAND will ihm den Mund verbieten, nur er soll die Konsequenzen seiner Äußerung tragen

A: ,,Wegen den Nachrichten über Ehrenmorde, Übergriffe religiöser Ursache etc? Es sei angemerkt, das die Medien seit Jahren das senden, was gesehen werden will.“ GENAU DAS ist das problem jan NICHTS passiert und es ist ganz im gegenteil der fall. es ist nicht so dass die medien uns das alles einreden würden und wir würden deswegen sarrazins anstoß begrüßen. wir beggrüßen diesen weil in den medien zwar davon geredet wird aber das eigentliche problem nie auf den tisch kommt !klar ist falsche integrationspolitik an dem ganzen debakel schuld und keine herkunft oder religion etc. ( ist auch absoluter schwachsinn und da wird mir hier auch jeder ustimmen) aber es geht hier um die fakten, an denen man nicht drehen kann wie man will.

ich hab auch keine ahnung, auf welche statistiken du dich berufst: ganz ehrlich für meine eigene meinung brauch ich keine statistiken oder sonst was. reicht mir wenn ich durch die stadt gehe und EGAL in welcher stadt zb blöd angemacht werde. es ist nun mal so dass es meistens ausländer sind und jeder ausländer der auf der straße rumhängt wird dir das sogar bestätigen.
gerade die medien sprechen dann von jugendlichen intensivtätern, die an der ecke stehen und dich aus irgendnem total banalen grund anmachen. ich finde es wichtig einfach mal zu sagen, dass das meistens bzw. was meine pers. erfahrung anbelangt eher jugendliche intensivtäter mit migrationshintergrund sind. ich glaube, dass sich viele von sarrazin verstanden fühlen , weil er eben diese pers. erfahrungen ( keine klischees ) in seinen statistiken abbildet ! ob die statistiken jetzt eins zu eins zu übernehmen sind ist eine frage. um meine vorredner nochmal zu wiederholen: es geht um sarrazins mut mal was anzusprechen. er gibt stimmungen aus dem volk wieder und rollt das ganze ding nochmal auf um politische anstöße zu geben das problem mal an der wurzel zu packen usw…. außerdem hättest du dir den spiegel text mal durchgelesen wüsstest du, dass dort auch sarrazins statistiken etc kritisiert werden und es genau darum geht wovon ich hier die ganze zeit rede. der mann ist pr-technisch ein desaster !

Ich: Ich habe den Text gelesen. Der Text war aber überwiegend nicht Sarrazinkritisch, sondern hat sich mehr hinter ihn gestellt. Du sprichst von deinen Gefühlen. Bei mir in Cb, sah das „Profil“ des sogenannten Intensivtäters folgendermaßen aus. Ohne erkennbaren Migrationshintergrund. Meißt Glatze oder Bomberjacke. Ich habe viel mehr Stress gehabt mit irgendwelchen „deutschen“ Assikindern die rumpöbeln als mit welchen, denen man ihren Migrationshintergrund ansieht. Passt so gar nicht in Sarrazins Äußerungen. Und auch dir nochmal. Ich verbiete keine Meinung, im Gegenteil. Mir macht die Diskussion hier Riesenspass. Aber jede Meinungsäußerung hat Konsequenzen. Das hab ich schon bei viel weniger erlebt. Und Sarrazin darf diesbezüglich nicht immun gestellt werden. Er lässt seit Jahren solche Sachen ab, ohne Konsequenzen und das regt mich auf. Auf deine Äußerung das trotz Medienecho nicht passiert. Mhh lass ma überlegen. Sarrazin ist in der SPD, die SPD hat sich doch diese Hartz IV Sache ausgedacht. Mhh könnte Hartz IV und der „soziale Abgrund“ drastisch ausgesagt, vielleicht etwas mit den Integrationsproblemen und den darausresultierenden Empfindungen zu tun haben? Und wie kannst du sagen Religion und Herkunft ist als Ursache Schwachsinn, dem stimmen alle zu und behaupten es wären nur Empfindungen aber gleichzeitig von „Fakten“ reden. Tatsache ist, wie man in den Wald ruft so schallt es zurück. Nur weil alle gemeinsam finden es gibt viele Integrationsunwillige Ausländer die jeden ankotzen, hass ich sie jetzt ( ja hassen ist hier übertrieben) das löst ganz und gar nicht.

Ich: Der letzte Satz bei mir muss heißen: Nur weil alle gemeinsam finden, dass es viele integrationsunwillige Ausländer gibt die nur Ärger machen hassen wir sie jetzt ( ja hassen ist übertrieben). Das löst das Problem nicht. Bis jetzt wurde aber nicht über eine Lösung des Problem geredet. Auch wir reden nur über seine Äußerungen.

D: Ich vermisse die Medienpräsenz der Mandys, die wirklich am laufenden Bande Kinder in Seen werfen, im Familienkombi ersticken, tot prügeln, vergessen zu Füttern, weil Jacqueline-Sändy bei Hartz4 TV mit Jeremih-Pascal um die Schwangerschaft von Justin-Aaron streitet? Familiendrama vs. Ehrenmord! Aber das ist ein anderes Thema…

meine Freunde:

Ich schließe mich Thilo ja teilweise an, denn es gibt unfassbar viele Holzköpfe, die hier nicht leben wollen und dann auch bitte gehen sollten, um diese nervige und ewige Verallgemeinerung zu zerschlagen!
Integration ist Pflicht, keine Frage! Auch das man Vati Staat gegenüber eher eine Bringschuld hat und mit allen Mitteln versuchen sollte, das Beste aus sich zu machen, um ein wertvolles Glied in der Gesellschaftskette zu sein.
Leider ist das aber schwerer, wenn man aus den jeweiligen Ländern die Unterschicht der Unterschicht für Hilfsarbeiten importiert und nach Sättigung oder Bedarfslosigkeit erwartet, dass alle abrücken, obwohl es doch so schön war.
Es sind wirklich ausschließlich ungebildete Menschen gekommen, warum sollten die anderen auch? In der Türkei ist doch schöneres Wetter? 🙂
Ein Jemand, der nie eine Schule besucht hat und dadurch ein offeneres Weltbild hat, ist wohl nicht in der Lage, seinen Kindern sowas zu vermitteln oder? Sowas kann nicht klappen…
Sollen aber alles keine Beschönigung sein, man muss alles geben, um es zu schaffen. Klare Kiste!
Was mich wiederum auch kränkt, ist das ewige Pauschalgestänkere, insbesondere gegen Moslems.
Fahr mal nach Saudi Arabien und werte aus:
Da sind nämlich die Kameraden die Oberschicht, studieren, etc. und die christlichen Afrikaner machen da den anfallenden Rest, sind für Kriminelles zuständig und schaffen es nicht, sozial aufzusteigen.
Verkehrte Welt, he?
Ich glaube kaum, dass Religion Rückschlüsse auf Intelligenz schließen lässt, schließe mich da Ignatius an!

Weiterhin finde ich, das auch der Ton die Musik macht.
Antipathie gegen Schwarzköppe zu schüren oder gar zu manifestieren (:-O) ist doch kontraproduktiv?
Mit Verlaub würde ich da noch anführen, dass es 2005 einen positiven Umbrauch gab, der alles, wenn auch nur ein bisschen, rosiger ausschauen lässt. Leider finde ich die Quelle nicht mehr, da ich diese audiovisuell aufgenommen habe. In diesem Sinne komm ich aber noch mal auf die vorhin schon aufgeführte, schon bestehenden Bildungsmängel zurückweisen.
Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut ne?
Das Ausländer bei wirklich identischen Bewerbungsvoraussetzungen die Stellen ERHEBLICH SELTENER bekommen, ist ja dank unseren supi Massenmedien kein Geheimnis mehr oder? Google.de kann euch da interessantes liefern.
Bitte nicht nur Bild.de lesen 🙂

Paradox finde ich das.
Auf der einen Seite schimpft man im Personalbüro über die Ungebildeten, die man doch am HBF sieht, von denen Mann was im TV mitbekommt; kommt aber ein Qualifizierter, wird aber aber trotzdem nicht präferiert!
Kann bzw. wird so nie klappen.
WAS aber, das sage ich auch nochmal GANZ DEUTLICH, in wirklich keinster weise Kritik an Deutschen sein soll, da es in anderen Länder extremer zugeht!

Aber nochmal: ich finde, dass man sich grade Ausländer doch bemühen sollte, sich anzupassen, mitzumachen, selber tolerant zu sein und die wirklich herausragenden Bildungs- und allgemeinen Karrierechancen doch wahrzunehmen und auch mal dankbar zu sein!

Ich: Ich stimme dir in fast allem zu, jedoch fehlt mir in deinem letzten Abschnitt ein entscheidener Punkt. Wenn dir als Immigrant vermittelt wird, das du eh nur Sozialschmarotzer bist, der nichts kann und nur den Arbeitenden auf der Tasche hängt, wie groß wird dann dein Interesse sein, dich zu integrieren bzw alles dafür zu leisten? Hier sehe ich das Defizit speziell bei Leuten wie Sarrazin oder den Medien allgemein, die mit solchen Aussagen der Integration entgegen laufen. Ansonsten hat mir dein Beitrag sehr gut gefallen!

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