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Schufa oder Facebook. Wer ist das Übel

Viele werden heute warscheinlich folgende Meldung lesen. Die Schufa will Soziale Netzwerke nutzen um ihr Scoringverfahren zu verfeinern. Besonders bei Facebook will man auf die vorhandenen Daten zugreifen. Jetzt gibt es Empörung über die Schufa, zu recht! Doch teilweise auch aus falschen Gründen. Es wird empört, darüber, dass die Daten von Facebook dafür genutzt werden. Doch das ist nicht der Punkt. Wer ein Facebookaccount besitzt hat zugestimmt, dass Facebook die Daten verkaufen kann. Wenn ein anderes Unternehmen diese dann kauft, ist daran erstmal nichts falsch. Es kommt darauf an, was mit den Daten gemacht wird. Doch dazu später mehr.

Die eigentliche Empörung sollte der Tatsache geschuldet sein, dass man der Meinung ist, aus Tweets, Posts, Freunden, oder allgemein: sozialen Verbindungen und Verhalten im Internet Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit ziehen kann. Das ist der eigentliche Skandal. Was sagen meine Kommentare oder Freunde über meine Liquidität aus. Gar nichts, rein gar nichts! Sicher mag es hier und da Verbindungen geben. Wenn meine Freunde alle Arbeitslos sind, ist es warscheinlich das ich es auch bin, weil sich das soziale Umfeld oft am eigenen sozialen Stand orientiert. Doch selbst hier wird jeder sagen, das ist zu pauschal. Das mag zutreffen hier und da, aber nicht auf alle. Und genau darum gehts. Wenn erstmal angefangen wird, diese Vorurteile und Pauschalisierungen als Maßstab in die Kreditwürdigkeit einfließen zu lassen, dann spielt es keine Rolle mehr, wie es wirklich ist. Nur weil ich vielleicht vergesslich und unorganisiert bei Sozialen Netzwerken wirke, heißt es nicht das meine Rechnungen nicht bezahlt werden, oder ich eher gefeuert werde. Das ist alles schlechte Wissenschaft. Nur weil ich eine Wahrscheinlichkeit errechnen kann, dass etwas eintrifft, heißt es noch lange nicht, dass es eintrifft. Doch genau darum würde es gehen, bei der sozialen Analyse. Nach der Logik könnte man auch die Sieger der EM ausrechnen und dann einfach nicht spielen lassen. Ergebnis steht ja fest.

Worauf ich hinaus will ist, dass bei etwas Lebensverändernden wie der Kreditwürdigkeit nur Tatsachen als Bewertungsgrundlage für die Bonität herangezogen werden dürfen. Keine möglichen Wahrscheinlichkeiten aufgrund von Verhalten in Sozialen Netzwerken oder anderen angeblichen Zusammenhängen. Sonst kommt am Ende etwas heraus was sich „Selbsterfüllende Prophezeiung“ nennt. Wenn die Wahrscheinlichkeit besagt, dass jemand nur eine geringe Chance hat etwas zu erreichen und man ihm auf dieser Grundlage die Chance nimmt, dann ist es klar das er nichts erreicht.

Jetzt zu Facebook. Die Meldung über die Schufa nutzen viele um auf Datensammler an sich und Facebook im Besonderen zu schimpfen. Weil diese Datensammlungen ja die Wurzel allen übels ist.

Nein das sind sie nicht. Frei nach dem Spruch. „Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen“ sind Daten an sich nicht böse. Datensammlungen auch nicht. Es gibt durchaus positive Ideen mit solchen Datensammlungen. Ein Beispiel ist die Personensuchseiten, was nichts anderes als ein Internettelefonbuch ist. Es ist der Missbrauch und auch da der Mensch, der entscheidet ob mit Daten etwas schlechtes getan wird. Ob damit Menschen beeinträchtigt werden, wie z.B die Schufa es vorhat. Facebook, Google und alle anderen sind nicht die Schuldigen. Aber ich glaube diese Thema muss ich nochmal gesondert ausführen. Das hier ist die Kurzform.

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